175 sheets on 35 meter

Eine Chat-Kommunikation
Der Installation liegt ein Chat im Netz via Smartphone zugrunde. Der Kontakt kam in einem öffentlichen Chatraum zustande und wurde dann auf der Whats App-Plattform im Privaten weitergeführt. Der Zeitraum von drei Monaten ergibt sich aus Anfang und Ende des Schriftverkehrs. Innerhalb dieses Zeitraums wurde weder telefoniert, noch kam es zu einem Treffen.

175 sheets
Nach Abbruch des Kontakts wurde der gesamte Datensatz an ein E-Mail-Postfach gesendet und ausgedruckt. Dies ergab 175 DIN A4-Seiten in normaler Schriftgröße. Um zu verdeutlichen, welche enorme Menge geschrieben worden ist, wurden die Seiten mittels eines Bandes und 350 rot gesprayter Holzwäscheklammern zwischen Bäumen aufgehängt.

Lebendige Kommunikation
Der Ort ist eine Insel innerhalb von zwei Flusskanälen. Dies symbolisiert die zwei chattenden Personen (Flüsse), die sich im Netz (auf der Insel) treffen. Während der zweistündigen Hängung ist der Chat öffentlich zugänglich. Fahrradfahrer halten an und lesen Fragmente des Chats. Entblößung und Zurschaustellung privater Daten in der Öffentlichkeit.

Tote Kommunikation
Anschließend wird alles abgehängt und die Seiten mittels eines Büro-Schredders zerstört. Das im Buddhismus existierende Ritual der Zerstörung nach Fertigstellung eines Sandmandalas gab hierzu den Anstoß. Jeder Anfang steuert auf ein Ende hin und es entsteht wieder etwas Neues daraus. Noch im geschredderten Zustand sind Wortfetzen zu lesen. Die Konversation ist zerstört, aber dennoch existent.

Diskurs
Es folgen verschiedene Installationen: So wird u.a. auf der Straße die Konversation in eine Papiertüte verpackt, oder die Konversation landet im Abfalleimer als Ausdruck der Wertlosigkeit. Die Konversation in der Telefonzelle steht als Symbol des nicht zustandegekommenen Gesprächs. Am Ende liegen die Wäscheklammern am Wegrand als Blick in die Zukunft und Zeichen des Weitergehens.

Zeitkiller oder Form der Nähe
Die Installation soll nicht werten, sondern zu Überlegungen anregen. Ist ein solcher Kontakt nur ein Zeitkiller oder 2013 eine Form der Nähe zu einem Menschen? Die Distanz verändert sich. Es entsteht eine Abhängigkeit durch Aufregung. Interesse wird geweckt und Wut wechselt mit Sehnsucht, Glück, Verlangen, Beruhigung, Schlaflosigkeit sowie Wachheit.